Extreme Gefahrenlagen - Explosionen: richtig handeln, Leben retten

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von Ihrer Feuerwehr Oberderdingen

 

 

Explosionen: richtig handeln, Leben retten

 

Was Sie in extremen Gefahrenlagen beachten sollten

Vor zehn Jahren ereignete sich in den Vorortzügen von Madrid einer der schwersten Terroranschläge Europas: Durch eine Serie von Bombenexplosionen starben im morgendlichen Berufsverkehr über 191 Menschen. Auch wenn diese Ereignisse weit weg scheinen: „Hundertprozentige Sicherheit vor solchen Gefahrenlagen kann es auch in Deutschland nicht geben“, erklärt Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Wer aber in Notsituationen einige Verhaltensregeln beachtet, kann sich und andere schützen.

Besondere Gefahrensituationen, wie zum Beispiel Explosionen, haben oft verheerende Folgen. Dabei spielt es keine Rolle, ob menschliches Versagen, technische Mängel oder Naturkatstrophen die Auslöser sind. Die Folgen sind oft dieselben. Nur wer für den Fall der Fälle vorbereitet ist, kann mit kleinen Maßnahmen viel bewirken. Über die richtige Reaktion im Ernstfall informiert das BBK auf seiner Internetseite sowie im Flyer „Verhalten bei besonderen Gefahrenlagen“.

Ruhe bewahren, Gefahrensituation verlassen

„Das oberste Gebot auch nach einer Explosion lautet Ruhe bewahren“, sagt Christoph Unger und fügt hinzu: „Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Situation und versuchen Sie, sich und andere aus der Gefahrenzone zu bringen“. Sind noch keine Rettungskräfte vor Ort, informieren Sie diese umgehend über die Notrufnummer 112. Befinden Sie sich außerhalb der Gefahrenzone, können Sie auch ohne medizinischen Sachverstand helfen: Leisten Sie Erste Hilfe, zumindest aber sprechen Sie Verletzte an und reden ihnen mit ruhigem Tonfall gut zu. Dieser seelische Beistand ist auch für Menschen unter Schock hilfreich. In vielen Notsituationen wirkt sich allein schon Ihre Anwesenheit beruhigend auf die Verletzten aus.

Achtung, Trümmer!

Befinden Sie sich nach einer Explosion in einem Gebäude, schweben Sie in großer Gefahr. Denn Druck, Splitter und Hitze können Häuser so beschädigen, dass sie einstürzen. Daher gilt: „Verlassen Sie die Gefahrenzone auf dem schnellstmöglichen Weg und helfen Sie anderen, nach draußen zu gelangen – ohne sich dabei selbst zu gefährden.“ Bei einem mehrstöckigen Bau führt der sicherste Weg ins Freie über die Treppe. „Nehmen Sie nicht den Aufzug“, rät Christoph Unger. Auch wenn Sie ein beschädigtes Haus verlassen haben, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Entfernen Sie sich vom Trümmerbereich und dem Gebäude. „Als Daumenregel sollten Sie sich merken: Ein sicherer Abstand ist ungefähr die Hälfte der ursprünglichen Haushöhe“, erklärt der BBK-Präsident.

Unberechenbare Gefahren: Verschüttungen

Wenn Menschen nach einer Explosion verschüttet sind, ist besondere Vorsicht geboten: „Ziehen Sie Verschüttete nie einfach zwischen Trümmern hervor, denn sie könnten eingeklemmt sein. Oftmals ist von außen gar nicht sichtbar, ob Verletzte von Trümmerteilen durchdrungen sind“, warnt der BBK-Präsident.

Beherztes Eingreifen schadet deshalb manchmal mehr, als es nutzt. Wer selbst verschüttet ist, sollte versuchen, durch Klopfzeichen und Hilfe-Rufe auf sich aufmerksam machen. Denn nur wenn die Einsatzkräfte wissen, wo Sie sind, können sie Ihnen schnellstmöglich helfen. Das Fazit von Christoph Unger: „Eine hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben. Doch wer die wichtigsten Verhaltensregeln kennt, kann im Notfall besonnen reagieren – und sich und andere schützen.“

Das BBK ist das zentrale Organisationselement für die Zivile Sicherheit der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland. Als Fachbehörde des Bundesministeriums des Innern berät und unterstützt es auch die anderen Bundes- und Landesbehörden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben in allen Bereichen der Zivilen Sicherheitsvorsorge wie der Notfallvorsorge oder der Selbsthilfe.

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

   
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