Geschichte der Feuerwehrabteilung Flehingen

Im Jahr 2000 feierte die Feuerwehr Flehingen übers Jahr verteilt, ihr 125 jähriges Jubiläum. Im gleichen Jahr konnte die Jugendfeuerwehr, auf 15. Jahre erfolgreicher Arbeit zurückblicken.
Mit zahlreichen Festveranstaltungen wurde das Jubiläumsjahr begangen. Ein großer Zapfenstreich auf dem Gelände des Schloss Flehingen, ein Tag der offenen Tür mit einer "Straße der guten Taten", ein Rockkonzert sowie das Indiakaturnier des Kreisjugendfeuerwehrverbands in der Aschingerhalle , ließen das Jubeljahr schnell vergehen.
Nachfolgend möchten wir einen Einblick in die Geschehnisse von 1875 bis heute geben.

 

Das Gründungsjahr 1875

Im Gemeinderatsprotokoll vom 7. August 1875 wurde die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr erwähnt.
Hier steht: “ Im Betreff der bereits gegründeten Freiwilligen Feuerwehr daher, als deren Mitglieder 69 jüngere Bürger und Burschen beigetreten, aber zum Teil auch schon wieder austreten wollen, sofern man ihnen nur ein kleines Opfer für Ihren Dienstanzug auferlegen will, was den Fortbestand einer FF in Frage stellt und dann noch eintreten könnte, nachdem bereits bedeutende Opfer für dieselbe seitens der Gemeinde gemacht worden sind, beschließt der Gemeinderat auf mehrfache Anregung die obligatorische Einführung der Feuerwehr, d.h. jedermann, angehende Bürger sollen verpflichtet sein, in das Feuerwehrkorps einzutreten und mindesten zwölf Jahre dabei zu verbleiben. Für jetzt wären hiernach diejenigen die Verpflichteten, welche noch nicht länger als ein Jahr Gemeindebürger sind.“
Des Weiteren erschien im gleichen Jahr die erste Feuerlöschordnung der Gemeinde Flehingen, die sehr eng an die der Amtsstadt Bretten angelehnt war.
In der Feuerlöschordnung wurde die Mindestanzahl von Mitgliedern auf 100 festgelegt, die dann in verschiedene Abteilungen wie Spritzenmeister und Schlauchführer, Spritzenmannschaft, Buttenmannschaft, Einreißer und Steiger eingeteilt wurden. 
Festgelegt war auch, dass alle, nicht eingeteilten Bürger, sich bei Brandfällen zu Dienstleistungen verpflichten mussten.

 

Die Zeit bis 1956 

In den offiziellen Akten der Gemeinde war die nächste Erwähnung der Feuerwehr erst am 4.September 1927 und darauf folgend am 18. Dezember 1927, wo eine Weihnachtsfeier für die Mitglieder angekündigt worden ist.
Nächsten Eintragungen zu folge, leistete die Wehr während des Krieges Überlandhilfe nach Bombenangriffen in Karlsruhe und Mannheim. Bei einem Luftangriff in Flehingen wurde die Wehr ebenfalls stark gefordert.
Noch vor dem absehbaren Ende wurden in Flehingen zwei Wohnhäuser durch Fliegerbomben zerstört, wobei zwei Kinder getötet und mehrere Personen verletzt worden sind. Die dezimierte Wehr hatte bis zuletzt ihre Pflicht erfüllt, dies verdient hohes Lob. 1944 wurde die Turnhalle im Schlossareal durch eine Luftmine getroffen und setzte diese in Brand.
Ältere Flehinger Mitbürger denken heute mit Schaudern an die Kriegsjahre 39 bis 45 zurück.
Nach Kriegsende gab es so gut wie keine Aktivitäten der Feuerwehr.
Erst im Frühjahr 1946 sind auch auf Druck der amerikanischen Besatzer erste Anstrengungen unternommen worden, allmählich wieder eine Wehr auf die Beine zu stellen. Das „Freiwillige vor!“ blieb erwartungsgemäß ohne Echo.
Obwohl der vielerorts verteufelte Militarismus keine „Urstände“ erleben sollte, war plötzlich die Frage nach den Dienstgraden der Versammelten bei der ehemaligen Wehrmacht zu vernehmen. Bei den Angetretenen vor dem Rathaus wurden Erinnerungen wach, zuweilen böse.
Daraufhin wurde Bäckermeister Helmut Müller einfach per Befehl an die Spitze der Feuerwehr gesetzt. Ihm nützte der Einwand nichts, er habe keine Ahnung von der Feuerwehr.
Der Anfang war hart, aber er wurde gemeistert. 1949 zählte die Flehinger Wehr um die 70 Mann und bald spielte auch eine Feuerwehrkapelle auf.
1951 zeigten sich die Männer erstmals in neuen Uniformen.
Auch gab es des Öfteren Schwierigkeiten mit der Ausrüstung, die dringend ergänzt werden musste. Eine Tragkraftspritze stand zwar bereit, aber das nötige Schlauchmaterial dazu fehlte.
Die Flehinger Wehr und ihre Kommandanten ließen nicht locker. Schnellstens müsse „oben“ gehandelt werden, "sonst müssen wir den Feuerwehrrock ausziehen“, lautete die Drohung.

 

Motorisierte Feuerwehr ab 1956

1956 wurde es dann besser. Eine Tragkraftspritze wurde vom Landkreis geliehen und repariertes Schlauchmaterial geliefert.
Nach langem hin und her zwischen Gemeinde, Kreisbrandinspektor und Landratsamt konnte am 6. November 1956 erstmalig ein Löschfahrzeug vom Typ LF 8/8 der Firma Carl Metz in Dienst gestellt werden.
Da die Flehinger Wehr mit dem neuen Fahrzeug nun besser ausgerüstet war als die meisten Nachbarwehren, verpflichtete sie sich zur Überlandhilfe und nahm fortan mit ihrem LF des Öfteren bei Großübungen z.B. in Bretten, Bruchsal und Sinsheim teil.
Höhepunkt des Jahres war die seit 1966 alljährliche Waldbrandübung mit anschließendem gemütlichem Beisammensein mit der Bevölkerung. Damals wie heute wird dieses Fest traditionell von der Kapelle musikalisch umrahmt. 1983 wurde daraus erstmals das Feuerwehrfest beim Freibad.
In den Jahren 1974 bis 1976 wurde der Wehr das Tanklöschfahrzeug TLF 8 des zivilen Bevölkerungsschutzes, das vorher in Oberderdingen stationiert war, übergangsweise zur Verfügung gestellt. 1977 wurde nach dem Abzug des TLF 8 für 190.000 DM ein TLF 16/24 von der Firma Bachert beschafft.
1983 beschaffte man noch einen gebrauchten Ford Transit, der dann zum Mannschaftstransportwagen umgebaut wurde. Um die Gemeindekasse zu entlasten, steuerte die Abteilung Flehingen 5000.- DM aus der Kameradschaftskasse bei.
1984 stellte man als Ersatz für das bereits 28 Jahre alte LF 8 ein TSF, ebenfalls von der Firma Bachert, in Dienst.
1996 wurde der Ford Transit durch einen gebrauchten Fiat Ducato ersetzt.

 

Gerätehäuser der Wehr

1956 war auch ein neues Spritzenhaus geplant. Doch die Finanzierungsmittel fehlten, sodass das Vorhaben zurückgestellt wurde. Da das vorhandene Gerätehaus zu klein war, stand das Löschfahrzeug bis 1959 auf dem Anwesen Frank in der Hauptstraße. Nach der Reichsgaragenordnung war diese Unterbringung jedoch nicht zulässig. Wegen all dieser Umstände wollte die Gemeinde eine Wellblechgarage neben dem Rathaus errichten, die auch schließlich 1961 das neue Domizil des Löschfahrzeuges wurde. Bis zum Bau des Feuerwehrgerätehauses in der Gochsheimer Strasse im Jahr 1972 verblieb das LF auch dort.
Fast zwanzig Jahre musste die Flehinger Wehr auf ihr neues Gerätehaus warten. Im Mai 1972 konnte dann der Schlüssel an den damaligen Kommandanten Richard Kugler übergeben werden.
Im Jahre 2002 wurde dann wieder mit dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses begonnen, um Platz für die neue Drehleiter zu schaffen. Im Sommer 2003 konnte die Wehr dann in das neue Feuerwehrhaus mit vier Stellplätzen an der Attenbergstraße einziehen.

 

Nach der Gemeindereform von 1973

Im Jahre 1973 schloss sich die ehemals selbstständige Gemeinde Flehingen aufgrund der Gemeindereform mit den Nachorten Oberderdingen und Großvillars zur neuen Gemeinde Oberderdingen zusammen. Karl Keller aus Oberderdingen stellte sich als erster Hauptkommandant zur Verfügung. Die Abteilungskommandanten und ihre Stellvertreter blieben weiterhin verantwortlich für die Ortsteilwehren.

 

Ehrenabend mit Großem Zapfenstreich am 19, Mai 2000

Nachdrücklich verdeutlichte der denkwürdige Festakt anlässlich des 125jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr im Flehinger Schloss, dass die Wehr nicht nur löschen kann, sondern ebenso auch zu feiern versteht.
Glaubhaft unterstrichen mehrere Gäste aus Politik und Verwaltung die Verbundenheit mit der Wehr und würdigten ihren hohen Leistungsstand.
Der Brettener CDU- Landestagsabgeordnete Franz Wieser stellte deutlich heraus, dass Taten die Substanz des Lebens seien, Reden aber ihr Schmuck. Jedem der 37 aktiven Feuerwehrleuten sowie den vier Frauen der Wehr gebühre Respekt für die hohe Leistungsbereitschaft der Feuerwehr.
Für Bürgermeister Erwin Breitinger bedeutet das Leitmotiv der Wehr keine Phrase, sondern die Substanz dessen was eine Gemeinschaft gleich denkender, mit dem Gedanken dem Bürger in der Not zu helfen, ausmache. Diese Wehr sei inzwischen eine effektvolle Hilfseinrichtung, auf die voller Stolz geblickt werden könne. Die Bürger wüssten, dass sie sich auf diese Wehr verlassen können.
Kreisbrandmeister Thomas Hauck hob hervor, dass hoch entwickelte Technik ohne den selbstlosen Einsatz und den Leistungswillen der Wehrmänner und Frauen nicht gewährleistet sei.
Abteilungskommandant Holger Schneefeld überreichte an den Verbandsvorsitzenden Manfred Burkhard einen Scheck über 1000.- DM für die Gustav-Binder-Stiftung.
Zugleich erinnerte Schneefeld an den 15. Geburtstag der hochmotivierten Jugendfeuerwehr in Flehingen, die zu den aktivsten im Kreisgebiet zählt.
Auch Ortsvorsteher Sauter stellte fest, dass die Aktivitäten von den Männern und Frauen der Wehr nicht hoch genug einzuschätzen seien. Die Feuerwehr sei eine Institution, die im Ort nicht wegzudenken sei.
Unbestrittener Höhepunkt des Festaktes und Ehrenabends war die Aufführung des großen Zapfenstreichs im Schlosshof. Der Musikverein Flehingen und der Spielmannszug der Feuerwehr Heidelsheim sorgten für die passende musikalische Umrahmung. 
Der neu ernannte Ehrenkommandant Alfred Dinkel kommandierte den Ehrenzug. Die Ernennung zum Ehrenkommandanten erfolgte aufgrund eines einmütigen Beschlusses des Gemeinderates. Laut Bürgermeister Breitinger hat sich Alfred Dinkel besondere Verdienste um die Gesamtwehr erworben und gleichzeitig den Grundstock für die Jugendfeuerwehr gelegt.

   
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